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Wasservermalbare Wachsmalkreiden: Neocolor II

Diese Artikel über die Neocolor II erschienen 2013, 2014 und 2021 im alten Blog. Sie wurden 2024 zusammengefasst und überarbeitet.

Über die Farben – Neocolor II

Heute möchte ich dir eines meiner Lieblings-Zeichenmaterialien vorstellen: Die wasservermalbaren Wachsmalkreiden von Caran’d ache. Es sind die Neocolor II der schweizer Firma, nicht zu verwechseln mit den Neocolor I, welche nicht wasservermalbar sind.

sockenzombiesockenzombie - neocolor II - waservermalbare wachsmalkreiden

Wenn du zum ersten Mal davon hörst, denkst du vielleicht, dass Wachsmalkreiden eher ungenau und dick sind. In deinem Kopf tauchen krakelige Bilder aus Kindertagen auf. Man glaubt es kaum, aber auch mit Wachsmalkreiden lassen sich wundervoll detaillierte Miniaturbilder zeichnen! Viele meiner Universumsbilder sind mit ihnen entstanden.

space art - kakaokarten von sockenzombie mit wasservermalbaren wachsmalkreiden (neocolor II)

Vor- und Nachteil der Neocolor II

Dinge, die mir direkt sehr positiv bei den Neocolor II – Stiften aufgefallen sind:

  • Die Farben sind sehr kräftig. Ich verwende sie auch bei meinen anderen Bildern gerne zur Verstärkung der Sättigung.
  • Da sie teilweise gut decken, kann man mit ihnen einfach über eine Fläche drüber malen. Je nach Farbe geht das mehr oder weniger, also es sind jetzt keine reinen Deckfarben. Aber wenn ich z. B. meine Aquarell- oder Marker-Bilder mit ähnlichen Farbtönen übermale, werden die Motive viel strahlender und bekommen einen zusätzlichen Farbton. Das macht ein Kunstwerk interessanter.
  • Sie lassen sich problemlos mit dem Finger verwischen. Und natürlich auch mit einem nassen Pinsel. Dadurch kann man kleinste Details ausarbeiten und wundervolle Farbverläufe zaubern.

Natürlich gibt es auch Nachteile: Ein großer ist, dass die Stifte (üblich für Wachsmalkreiden) recht kurz, zugleich aber auch um einiges teuer sind als normale Wachsmalkreiden. Aber so ist das eben mit dem Künstlermaterial. Und nach vielen Jahren mit ihnen, liebe ich die Stifte noch immer und kann sagen, dass sie es absolut wert sind.

Farbauswahl

Ich hab mich sofort in die Stifte verliebt und war begeistert von der Anzahl an unterschiedlichen Farbtönen. Da sie mir so gut gefielen, besorgte ich mir direkt die größtmögliche Auswahl an Farben, nämlich 126 Stück (inclusive der Metallic-Töne). Man kann wohl aber mittlerweile auch einzelne Farbtöne nachkaufen.

Ich habe mitbekommen, dass das 126er Set aktuell leider nur noch schwer erhältlich ist. Aber die Metallic-Farben halte ich persönlich sowieso für unbrauchbar, da sie zu schwach sind. Weil sich die Farbtöne teilweise auch recht ähneln und gut mischen lassen, empfehle ich dir für den Anfang ein kleineres Set. So kannst du außerdem erst mal ausprobieren, ob dir die Stifte überhaupt gefallen. Hier findest du z.B. das 40er Set: Caran d ’Ache Neocolor II *

wasservermalbare wachsmalkreiden 126er kasten

Mein 126er Metall-Kasten ist auf drei Ebenen aufgeteilt. Ich habe die Plastikeinlagen herausgenommen, wodurch mehr Stifte in eine Ebene passen. Unten bringe ich so noch weiteres Zeichenmaterial unter. Mittlerweile habe ich den Kasten zu meinem Hauptkasten umfunktioniert, wo ich all mein Material unterbringe, das ich zum Malen brauche. Also auch Bleistifte, Farbstifte, Liner, Marker und weiteres Künstlermaterial.

Wie verhalten sich die Neocolor II Wachsmalkreiden auf unterschiedlichem Papier?

Das Verhalten hängt stark davon ab, wie du sie verwendest.

Im Grunde kannst du dir die Stifte ohne Wasser wie normale Wachsmalkreiden vorstellen, nur etwas feiner, also nicht ganz so grob. Das Malverhalten ist allgemein sehr weich mit kräftigem Farbauftrag. Markerpapier oder andere dünne Sorten machen daher keine Probleme, vorausgesetzt du lässt das Wasser weg. Mit Wasser verhalten sich die Kreiden ähnlich wie Aquarell. Daher eignen sich vor allem Aquarellblöcke ganz gut.

Mehr darüber kannst du in den jeweiligen Artikeln nachlesen:

Papiertest Lanavanguard – 100% Hi-Tech
Boesner Steinpapier (Skizzenblock)
Keramikpapier

Arbeitsweise – Lesezeichen mit Wachsmalkreiden zeichnen

sockenzombiesockenzombie

Damit von meinen wasservermalbare Wachsmalkreiden möglichst viele zum Einsatz kommen, sollen die Lesezeichen ganz bunt werden. Eigentlich könnte man einige davon Mischen und vielen Farbtöne der Neocolor II von Caran d’ache ähneln sich sehr, aber so eine große Auswahl zu haben ist schon was tolles.

Mithilfe der Farbtabellen aus meinem Skizzenbuch erkenne ich sofort, welche Farben ich brauche. Mittlerweile benutze ich solche Farbtabellen nur noch selten, aber bei den Wachsmalkreiden hier waren sie vor allem Anfangs sehr hilfreich. Denn manche der Farbtöne ändern sich ein klein wenig, sobald man sie mit Wasser vermalt.

Das Papier: Etival Clairefontaine, feinkörnig 300g/m²

Feinkörnig heißt nicht glatt. Meistens benutze ich sehr glattes (satiniertes) Papier, aber neues ausprobieren, schadet nicht. Jetzt weiß ich, dass ich lieber bei meinem glatten Papier bleibe. Es fühlt sich einfach besser an beim Zeichnen und man kann gefühlt mehr Details unterbringen. Beim Miniaturzeichnen stören diese kleinen Hügel des „raueren“ Papiers ein wenig.

Farben mischen und vermalen

Ein sehr wichtiges Werkzeug für mich ist mein Wassertankpinsel zum vermalen der Farben. Teilweise verwende ich bei Wachsmalkreiden auch meinen Finger zum verwischen, aber mit dem Wassertankpinsel geht das noch einfacher.

Seit ich ihn habe, nutze ich keinen anderen Pinsel mehr. Ein extra Wassergefäß zu benutzen finde ich viel zu umständlich. Mit dem Wassertankpinsel braucht man das nicht und hat so auch unterwegs immer beides in einem dabei: Pinsel und Wasser. Heißt, ein Ding weniger, um das man sich Gedanken machen muss oder das man vergessen könnte.

Mein Pinsel Tipp

Am liebsten benutze ich dabei den Pentel Wassertankpinsel *. Ich habe auch viele andere ausprobiert, aber mit den Pinseln von Pentel machte ich bisher die beste Erfahrung. Sie haben eine Nylon-Spitze und sind in verschiedenen Stärken erhältlich. Bei den Pentel Pinseln hatte ich bisher noch keinen dabei, der nicht funktionierte.

Ich gebe aber zu, das könnte auch Glück sein, da ich selten neue kaufe, denn die Pinsel halten ewig. Geschätzt brauche ich etwa einmal im Jahr einen neuen Pinsel, der fast täglich im Einsatz ist.

Alternativ kannst du dir auch eine große Menge No-Name Wassertankpinsel besorgen. Etwa die Hälfte von denen sind leider für den Mülleimer, weil entweder zu viel oder zu wenig Wasser rauskommt oder sich der Fluss nicht richtig steuern lässt. Bei einigen lässt sich keine richtige Spitze formen und ich hab die Erfahrung gemacht, dass billig verarbeitete Pinsel gerne „Haare“ verlieren. Die Plastikborsten hängen dann beim Malen auf dem Bild herum. Du wirst bei diesen großen Sets also vermutlich immer etwas Ausschuss haben, kannst mit dem Rest aber gut arbeiten.

sockenzombiesockenzombie

Ich male manchmal sogar über Kopf. Das sieht sicher ein wenig komisch aus. Damit lässt sich die Wassermenge aus dem Pinsel allerdings auch zusätzlich kontrollieren. Wenn er nach oben zeigt, kommt nämlich weniger raus und die Farbe wird dadurch dicker und kräftiger. Das Bild hab ich dabei immer in der Hand. Es liegt hier eigentlich nur zum Fotografieren so gerade auf dem Tisch.

Verhalten der Neocolor II mit Wasser

Je mehr Wasser du verwendest, desto mehr sinkt die Deckkraft. Dadurch kann man Bilder mit den Wachsmalkreiden wie mit Aquarell gemalt aussehen lassen. Deckend hingegen wirkt es eher ähnlich wie mit Öl oder Acryl. Die Möglichkeiten der Stifte sind hier ziemlich groß.

Eine Palette zum Mischen der Farbe brauche ich ebenfalls nicht, das mache ich immer direkt auf dem Papier. Die Wachsmalkreiden trocknen schnell und sind auch wieder teilweise anlösbar. Man kann dann leicht mehrere Schichten durchscheinend übereinander zeichnen und Farben somit in bestimmte Richtungen „ziehen“, mischen und so z.B. dunkler oder heller machen.

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Wie du auf den Bildern siehst, hatte ich bei meiner Arbeitsweise zu diesem Zeitpunkt noch einen hochen Küchenrollenverbrauch. Einerseits wische ich daran immer den Pinsel ab und andererseits kann man mit ihnen leicht Wasser vom Bild saugen, wenn zu viel drauf gekommen ist. Mittlerweile verwende ich dafür Mallappen aus Baumwolle.

Tipp: Vom Bild etwas wegnehmen / Dinge ausbessern

Die Wachsmalkreiden kann man bei vielen Schichten auch abkratzen bzw. mit dem Finger wieder etwas abnehmen. Dadurch wird die Farbe sichtbar, die sich darunter befindet. Wenn man dazu allerdings den nassen Pinsel verwendet, mischen sich die Farben der einzelnen Schichten. Du kannst dadurch kontrollieren, ob du Farbe wegnehmen, überdecken oder mischen willst.

Der letzte Schliff und Druck

Manchmal erkennt man erst am Ende, was es werden soll, wenn ich die kleinen Details einzeichne. Dieser Schritt dauert bei mir auch am längsten. Die Arbeit ist ziemlich fuzzelig, macht aber viel Spaß! Es ist der Schritt beim Zeichnen, bei dem sich entscheidet, ob das Bild gut wird oder ob ich es doch verwerfen muss.

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Größe jeweils: 14,8cm x 5,2cm – Titel: „Zwei Welten“

Ich hab die Farben am Computer für den Druck etwas verstärkt. Die richtige Druckerei zu finden war auch gar nicht so einfach. Für dieses Lesezeichen war ich in 3 verschiedenen Druckereien, leider kam keine davon dem Original nahe. Letztendlich hab ich mich dann für eine Onlinedruckerei entschieden.

Wenn ich jetzt die Drucke mit dem Original vergleiche, fehlen zwar noch immer sehr viele Details, allerdings sind die Farben durch das Bearbeiten am PC viel schöner und kräftiger geworden.

Fertig! Du darfst mir gerne deine Geschichte erzählen, die dir zu den beiden Motiven einfällt. Die zwei Welten sind voll gestopft mit Milliarden von Lebewesen. Es handelt sich um sehr dicht besiedelte Wohnräume und wer genau hinsieht, kann dort auch die Wesen herumwuseln sehen. Was sie dort wohl für Abenteuer erleben? Vielleicht sind es Weltenbauer? Haben sie etwas mit Farben zu tun? Vielleicht sehnen sie sich nach mehr Platz?

Oder vielleicht warten sie auch nur darauf, bis du ein Buch liest, das ihnen gefällt, um dann vom Lesezeichen hinein zu hüpfen und in die Geschichte einzutauchen.

Neocolor II in halbe Näpfchen füllen

sockenzombie - neocolor II wachsmalkreiden in näpfchen füllen

Vorbereitung der Näpfchen

Bevor ich meinen Farbkasten zusammen stellte, stand die Entscheidung an, was ich mit meinen Wachsmalkreiden mache. Natürlich wollte ich die Neocolor II nicht aufgeben, ich liebe die Farben. Die müssen also mit in den Kasten!

Und um die alle unterzubringen, brauchte ich einen großen Berg Näpfchen. Sind sie nicht cool? So viele auf einem Haufen! Stell dir vor man könnte in ihnen Baden, wie Onkel Dagobert in seinem Geldspeicher voller Münzen.

Während meiner Farbherstellexperimente (Sockes Farbenbrauerei) habe ich so ziemlich alles in Näpfchen gestopft bekommen: Neonfarben, Glitzer, Kleber, … Da sollte das bei meinen Wachsmalkreiden ein Kinderspiel sein. Also los geht’s!

sockenzombie - neocolor II wachsmalkreiden in näpfchen füllen

Als Erstes notierte ich mir die Farbnummern auf den Näpfchen. Dafür verwendete ich einen Posca Marker. Der hält überall.

Neocolor II ablösen und in Näpfchen füllen

Ich denke, es gibt zwei Möglichkeiten, die Farben in Näpfchen zu bekommen. Die Dinger sind wasserlöslich und schmelzen bei Wärme. Ich habe mich für die Version „Zerkleinern und mit Wasser anrühren“ entschieden. Dazu entfernte ich zunächst das Papier und schabte den Stift dann mit einem Messer ab. Ich habe es erst mit einem Spitzer versucht, mit meinem Taschenmesser ging es dann aber etwas schneller.

sockenzombie - neocolor II wachsmalkreiden in näpfchen füllen

Zu den Farbflocken tropfte ich destilliertes Wasser. Danach presste ich sie mit einem Stäbchen zusammen.

Beim Einfüllen notierte ich mir die Nummer und den Farbnamen in meinem Skizzenbuch. So habe ich später gleich eine Übersicht, wenn ich die Farben irgendwann einmal nachfüllen möchte.

Das ganze wiederholte ich sehr viele Male. Insgesamt sind im Kasten 126 Stifte. Die metallic Farben sowie Weiß benötige ich nicht in meinem Kasten. Dennoch kamen eine ganze Menge Näpfchen raus.

sockenzombie - neocolor II wachsmalkreiden in näpfchen füllen

Farben im Farbkasten befestigen

Zum Befestigen verwende ich Magnetklebeband. Ich habe mich für diese Möglichkeit entschieden, da ich so die Farben jederzeit herausnehmen oder anders anordnen kann.

Für die einzelnen Farben schneide ich ein paar Stücke ab und klebe sie unten an die Näpfchen dran. Ich habe bereits gelesen, dass einige Magnetfolien zu schwach sind. Aber wie es aussieht, habe ich ein sehr gutes Band erwischt. Meine Sorge, dass die Näpfchen nicht fest genug halten, war unbegründet. Man kann das ganze Ding sogar über Kopf stellen. Da fallen dann eher die Farben aus den Näpfchen raus, aber die Näpfchen selbst halten sehr fest!

sockenzombie - neocolor II wachsmalkreiden in näpfchen füllen

Und so sieht mein fertiger Farbkasten dann aus: Sockenzombies Zeichenmaterial (Blick in meinen Farbkasten).

Anmerkung: Die Näpfchen habe ich mittlerweile verschenkt. Die Farben kommen mir kräftiger vor, wenn sie direkt vom Stift aufs Papier gelangen. Daher befinden sich stattdessen jetzt die übrigen Stifteile der Wachsmalkreiden wieder in meinem Kasten.

Weitere Beispielbilder mit meinen Wachsmalkreiden

Kakaokarte mit Wachsmalkreiden zeichnen

Mehr über das Arbeiten mit den Wachsmalkreiden erfährst du in meinen Beschreibungen mit Tipps zum Entstehungsprozess der Bilder aus meinem E-Book:
„Der Geschichtensammler im All“

Hier findest du ein kleines Farbgebungstutorial, das größtenteils mit meinen Wachsmalkreiden entstand:
Miniaturlandschaft / Dorf auf Kakaokarte

Diese Karte entstand 2024, bei der ebenfalls meine Wachsmalkreiden zum Einsatz kamen:

Miniaturbild Baum mit Wachsmalkreiden

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