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Der hässliche Pixelfehler: 24 Stunden Comic Tag – Erfahrungsbericht

Dieser Erfahrungsbericht zum 24 Stunden Comic Tag (24hcd) erschien 2017 bereits im alten Blog. Du willst nur den fertigen Comic lesen? Dann spring hier direkt zur Geschichte: Der hässliche Pixelfehler

Erfahrungsbericht vom 24 Stunden Comic Tag: Ein Comic entsteht

Vorgabe: 24 Seiten Comic in 24 Stunden zeichnen.

Ich hab es wieder gewagt und dieses Mal mit Erfolg. Vielleicht erinnerst du dich an meinen letzten gescheiterten Versuch vor etwa zwei Jahren: http://blog.sockenzombie.de/2015/09/27/24-seiten-comic-wochenende/ … ganze 9 Seiten habe ich damals geschafft. Dieses Mal nahm ich mir vor, die Regeln des 24 Stunden Comic Tag genauer einzuhalten und es wurden sogar mehr Seiten. Das lag größtenteils daran, dass ich keine Farbe verwendet habe und mittlerweile auch mehr Erfahrung besitze. Und vielleicht auch daran, dass die Story um einiges nerdiger war. Es geht nämlich um einen hässlichen Pixelfehler.

Vorbereitung (10.12.2017)

sockenzombie 24 stunden comic - vorbereitung

Die einzige erlaubte Vorbereitung sind laut Regeln die Bereitstellung des Materials. Ich habe hier das Papier präpariert, damit ich sofort loslegen kann. Die aufgeklebten Tapse sind für die Ränder, damit ich sie während des Zeichnens nicht lange ausmessen muss. Da ich zu diesem Zeitpunkt noch nicht wusste, wie genau die Story verlaufen wird, konnte ich natürlich nur die Außenränder abkleben. Es hat super geklappt, mach das also gerne nach. Das mit dem Abkleben der Panels ging während der Herausforderung dann wirklich sehr schnell.

Ablauf (11.12.2017 – 12.12.2017)

5:20 Uhr

Erst mal wach werden, kurz unter die Dusche und noch ein wenig was vorbereiten sowie Musik bereitstellen und Material raussuchen, was ich verwenden werde.

6:00 Uhr

Genau um 6 Uhr ging es los. Ich machte mir Notizen zur Story und bestimmte den genauen Ablauf. Da die Idee schon einige Tage in meinem Kopf herumschwirrte wollte und durfte sie jetzt endlich auch sehr schnell raus. Ich habe hier gleich festgelegt, was auf welche Seite kommen wird und eine kleine Skizze von meinem Pixelfehler angefertigt.

Wahrscheinlich erkennt man es auf dem kleinen Bild nicht, aber wer sich wundert über die Schrift: Die verwende ich gern kurze Notizen. Nachdem mir Steno nicht zugesagt hatte, habe ich vor einiger Zeit eine eigene Schrift erfunden, um schneller schreiben zu können. Sie besteht aus einfachen Zeichen und einigen Kombinations-Abkürzungen, um keine ganzen Worte oder Sätze schreiben zu müssen. Zum schnellen Aufschreiben einer Story unter Zeitdruck eignet sie sich daher perfekt.

24h comic - sockenzombie skizzen

6:40 Uhr

Etwa 40 Minuten nach dem Start konnte ich bereits mit den ersten Skizzen beginnen. Ich habe alle Seiten mit Bleistift vorskizziert. Im Nachhinein würde ich das nicht mehr so genau machen und die einzelnen Skizzen weniger ausarbeiten. Das war ein Fehler, den ich beim Nachziehen der Lines später noch bereuen werde.

7:20 Uhr

Die ersten 2 Seiten sind fertig vorskizziert. Um 8:10 Uhr sind es 5 Seiten. Ich machte eine kleine Pause bis 8:30 Uhr und esse erst mal etwas. Noch ist es ruhig und ich habe Platz am Tisch. Für die Texte benutzte ich übrigens ein Lineal, das ich während des Schreibens hinlegte, um gerade zu bleiben.

9:20 Uhr

7 Seiten sind skizziert. Bis 10 Uhr sind es schon 10 Seiten, um 11 Uhr wurden es 12 vorskizzierte Seiten. Die Hälfte ist also geschafft. Um 12:00 Uhr wurden es 14 Seiten. Da der Tag noch lang werden soll, entschied ich mich, 20 Minuten zu schlafen.

sockenzombie - 24h comic day - erfahrung

14:00 Uhr

19 Seiten. Ich merkte, wie ich gefühlt immer langsamer wurde. Actionszenen fallen mir nicht leicht und langsam ging mir die Lust am Zeichnen aus. Doch ich machte weiter und schaffte es, bis 15 Uhr alle 24 Seiten fertig zu skizzieren. Jetzt hatte ich mir eine Pause verdient.

16:40 Uhr

Später als geplant ging es nach fast zwei Stunden weiter. Mittlerweile sind auch die Gäste zum Zeichnertreffen eingetroffen, das heute bei mir stattfindet. Ich muss also nicht mehr allein zeichnen. Dafür wird mein Comictext auch gleich von mehreren Leuten Korrektur gelesen, die mich noch auf den ein oder anderen Rechtschreibfehler hinwiesen.

18:00 Uhr

Eigentlich dachte ich, dass Linien ziehen viel einfacher wird als das Skizzieren. Ist es im Grunde auch, man kann sich nebenbei unterhalten und muss nicht so viel denken. So wie es mir gefällt, zog ich alles freihändig nach, ohne Lineal. Aber die Hand tat nach einer Weile etwas weh. Bis 18 Uhr habe ich alle Texte nachgezogen.

20:40 Uhr

Linien ziehen ist viel anstrengender als Skizzieren! Davon war ich zu diesem Zeitpunkt überzeug. Vielleicht drücke ich einfach zu fest auf? Ich brauchte erst mal eine Pause und sah mir mit den anderen zwei Folgen einer Serie an, die ebenfalls keine Lust mehr auf Zeichnen hatten. ^_^

22:20 Uhr

Zwischendrin hab ich mich dann doch wieder weiter aufgerafft und war jetzt endlich fertig mit den Outlines. Mehr oder weniger. Natürlich könnte man noch so viel machen, aber meine Hand schmerzte mittlerweile zu stark. Und da ist Radieren richtig böse. Eigentlich radiere ich auch nie, ich bin das absolut nicht gewohnt, da ich mit deckenden Farben zeichne und meistens sofort über Skizzen drüber gehe oder überhaupt nicht vorzeichne und direkt mit den Farben starte. Sollte es ein nächstes Mal geben, werde ich die Skizzen definitiv weglassen. Leider darf laut Regeln ja niemand helfen, weswegen ich das Angebot, eines anwesenden Zeichners, für mich die Bleistiftlinien wegzuradieren, ablehnen musste. Mein Arm schimpfte mich sehr dafür.

24h comic day - 24hcd - sockenzombie

0:40 Uhr

Fertig. Ich erkläre den Comic für beendet. Endlich! Was habe ich in den letzten zwei Stunden noch gemacht? Eine ganze Menge! Erst einmal mich selbst verflucht, warum ich das hier überhaupt mache und mir immer wieder gesagt, dass das ziemlich blöd ist und dass ich so etwas nie wieder machen werde. Nie, nie, nie!

Dann suchte ich eine Möglichkeit, wie ich noch eine Graustufe mit reinbringe und probierte, welches Grau ich verwenden konnte. Ich war natürlich so doof, mir das nicht vorher zu überlegen und musste erst schauen, welche Art von Material auf dem Papier sinnvoll erschien. Marker, Farbstifte, Aquarell oder Wachsmalkreiden. Letztere wurden es dann auch, also holte ich meine Neocolor II heraus und probierte weiter, ehe ich mich für einen kalten, hellen Grauton entschied. Ein Stift, nicht mehr, denn mehr ging einfach nicht und auch das Vermalen mit Wasser ließ ich sein. Das Papier war leider etwas ungeeignet dafür und hätte die Flächen dadurch noch unregelmäßiger gemacht. Ich schraffierte also so schnell wie möglich über die Panels. Müde war ich zwar absolut noch nicht, aber meine Hand wollte nicht mehr, dabei hätte ich doch so gerne noch weiter zeichnen wollen. In Gedanken. Nicht in echt.

Der Moment, der alles wieder gut machte, war, als es ans Abziehen der Tapes ging. Das war ein tolles Gefühl und als ich die coolen weißen Ränder sah, die dabei entstanden, dachte ich nur geil, dafür hat es sich gelohnt!

Nachträglich bedauere ich es, nicht mehr geschwärzt zu haben. Vor allem, da noch so viele Stunden übrig gewesen wären. Der Comic hätte dadurch noch etwas ausgeglichener gewirkt. Einige Seiten sehen leider sehr unfertig aus. Aber es ging einfach nicht mehr, meine Hand sagte nein. Obwohl ich noch über 5 Stunden Zeit gehabt hätte, schloss ich meinen Comic in nur 19 statt 24 Stunden ab.

24 stunden comic day - ergebnis - sockenzombie

Fragen, die mir während oder nach der Herausforderung gestellt wurden

Wusstest du vorher schon, um was es gehen soll?

Ich wusste nicht genau den Verlauf, auch nicht wie das ganze genau aussehen würde, genaue Planungen sind ja laut Regeln nicht erlaubt. Diese besagen, dass man vorher nichts schriftlich festhalten darf, keine Charakterausarbeitungen, keine Übungen, keinen Storyverlauf aufschreiben oder sonst was. Aber ich hatte etwa eine Woche vor dem Comic die Idee, dass ich unbedingt einen Comic über einen Pixelfehler zeichnen wollte. Es war schwer, diese Idee nicht sofort zu notieren, weil ich als Autor gewohnt bin, alles sofort aufzuschreiben.

Was sind das für Streifen?

Das sind die einzelnen Seiten, rundherum beklebt mit Tape. Sie stellen die Ränder dar. Ich habe mich für ein schmales Querformat entschieden. DIN A4 wäre mir viel zu groß, da ich Miniaturbilder gewohnt bin. Eigentlich ist es ein wenig geschummelt, denn man könnte mehrere Streifen zu einer Seite zusammenfassen.

Kommt der Typ aus Bayern?

Ja, das ist ein bayrischer DAU. Ich hoffe, der Text ist auch für Nicht-Bayern verständlich, wenn du eine Übersetzung benötigt, kannst du mir das gerne in den Kommentaren drunter schreiben. XD

Was fandest du einfacher, Zeichnungen oder Story?

Eindeutig die Story. Geschichten erfinden macht mir allgemein mehr Spaß als Zeichnen. Ich mag es, über Ideen nachzudenken, wenn sie noch ganz klein sind, nur kurze Satzfetzen in meinem Kopf. Was ich aber auch gut fand, war das Einbauen kleiner Details während des Zeichnens in die Bilder, welche die Story noch unterstützen, wie zum Beispiel lustige Dateinamen, das Betriebssystem oder andere Beschriftungen. Einige der Witze sind leider nur von Leuten zu verstehen, die mich kennen, aber ich hoffe, das meiste bekommt man auch so mit. Den einzelnen Pixeln etwas Charakter zu verleihen, damit sie nicht alle gleich aussahen, fand ich außerdem auch ganz cool.

Wie kommst du darauf, einen Pixelfehler als Hauptcharakter festzulegen?

Ich bin nicht besonders gut im Menschen-Zeichnen. Also dachte ich, es muss etwas sein, was man leicht und schnell umsetzen kann. Vierecke sind leicht. Ein Würfel wäre irgendwie auch cool als Charakter, aber dann kam mir die Idee, Pixel. Und damit es ein ganz besonderer Pixel ist, wurde es ein Fehler. Leider hatte ich vorher nicht bedacht, dass die Story ohne Benutzer irgendwie nicht auskommt und so musste ich dann doch wieder einen Menschen zeichnen, wenn auch nur einen seltsamen DAU.

Würdest du es wieder machen?

Vielleicht. Ich kann das derzeit noch nicht sagen. Wär interessant, bei einem offiziellen 24hcd Event mitzumachen, wenn rund um die Uhr noch Mitstreiter anwesend sind. Ich hatte zwar einige Zeit Begleitung, da ja das Zeichnertreffen am selben Tag stattfand, aber so, von mir aus, würde ich es eher nicht mehr tun. Warum? Es gibt einfach zu viele anderen Dinge, die ich noch machen möchte und das hier hab ich ja jetzt gemacht, das ist abgeschlossen. Und ich habs geschafft! *woho*

Der hässliche Pixelfehler (Comic – Ergebnis vom 24 Stunden Comic Tag)

Jetzt willst du ihn nach dem vielen Blabla wahrscheinlich auch noch lesen. Also, hier ein Comic, entstanden in unter 19 Stunden. Mit der Story bin ich sehr zufrieden, mit den Zeichnungen eher weniger. Egal, dafür, dass ich absolut null Übung drin hab, mag ich das Ergebnis. 🙂

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